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12 h von Großkugel 2008
Im Normalfall gehören Danksagungen eigentlich erst an das Ende eines Rennberichtes – heute jedoch haben wir uns aus gegebenem Anlass dazu entschieden diese an den Anfang zu setzen: Danke Lieber Brummi-Pilot. Danke dafür, dass du es geschafft hast deinen mit 37.000 Liter Ameisensäure beladenen LKW mitten auf dem Kirchheimer Dreieck aufs Dach zu legen!
Als diese Meldung aus dem Radio an Willis und Davids Ohr drang war es bereits zu spät: Die beiden Fahrer vom Team Level One standen mitten im aus der Vollsperrung resultierenden Stau auf der A5. Damit aber nicht genug: Besagte Fachkraft für Gefahrenguttransport hatte satte 2 Promille in das Messgerät der Polizei gehaucht und musste jetzt wüsste Beschimpfungen der beiden Miniaturrennfahrer im LOS-Team-Fiat über sich ergehen lassen. Ausnahmsweise übrigens nicht mit an Bord: Teamchef Günter – der war verhindert.
Also runter von der Bahn und über die Dörfer – Denkste! Da der komplette Verkehr der gesperrten Autobahnen A5 und A7 auf die Landstraße umgeleitet wurde ging es im Schritttempo von einem Kuhdorf zum nächsten!
Willi und David standen bereits kurz vor der Aufgabe, da hatte das eigentliche Rennen noch gar nicht begonnen! Doch als man gerade den Plan schmiedete, dass Auto einfach stehen zu lassen und statt dessen die „Super Sause in Geilshausen“ zu besuchen, da löste sich die Blechschlange wie von Zauberhand auf und LOS durfte sich berechtigte Hoffnungen machen doch noch irgendwann in Großkugel anzukommen!
Nach geschlagenen 9 Stunden Reisezeit konnte man dann auch die ersten Flugzeuge im Landeanflug beobachten und man wusste: Wir haben es geschafft. Michi, Fahrer Nr. 3 und selbsternannter Intermins-Teamchef wartete auch schon gespannt auf unser Eintreffen. Vorbildlich: Er hatte bereits ein paar Bier aus dem Supermarkt um die Ecke besorgt um seine von Reisestrapazen geplagten Teammitglieder aufzumuntern. Sofort wurden die 4 Lancias auf die Bahn gestellt um die ersten Trainingsrunden zu drehen. Schnell war klar: Die Slot-Tigers sind verdammt schnell – wenn Level One seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen wollte dann führte der Weg nur über die Hausherren.
Doch auch die anderen Teams machten mächtig Dampf – sowohl die Zeiten von Anklam als auch die von den kleinen Tigern konnten sich sehen lassen. Zunächst war aber Zeit für ein Abendessen: Pizza, Pizza – Ole!
Der Renntag begann dann mit einem Schock: Michi (Zur Erinnerung: der Selbsternannte Interimsteamchef) gab folgende Order aus: „David und Willi! Ihr helft jetzt beide beim Schrauben“. An dieser Stelle sei allen unwissenden gesagt: David hat ungefähr so viel Ahnung vom Schrauben an Slotcars wie Lukas Podolski von Quantenphysik. Kurzzeitig kam die Idee auf den „Teamchef“ per Mehrheitsbeschluss von seinen Ämtern zu befreien… Natürlich nicht! Wir haben ihn ja gern!
Schock Nr. 2: Eine Rundenzeit von 8.3 der Schlitztiger – Respekt! Diese Bestmarke im Hinterkopf machte Michi sich daran die Einsatzreifen zu präparieren. Mittlerweile hatte sich das Team auch für ein Auto entschieden: Das Vorjahres-Chassis in Kombination mit einer neuen Karosse sollte den Erfolg bringen! Und siehe da: Auch Willi konnte 8.3er Zeiten fahren und die Stimmung stieg schlagartig. Jetzt also die Quali und damit verbunden die erste Überraschung: Die heimischen Junioren schnappten sich Platz 1, Willi Rang zwei und erst auf Platz 3 tauchten die großen Tiger auf. 4er der SRC Anklam und 5er die Lost Boys um Chef-Schrauber Wolfgang Luther. Die Geschichte des Rennens ist dann relativ schnell erzählt: Konnte LOS in den ersten beiden Turns noch die Führung übernehmen, ließen die Reifen derart schnell nach das an mithalten mit den wiedererstarkten Slot-Tigers nicht zu denken war. Auch die anderen Positionen waren recht schnell vergeben. Zwar schielten alle insgeheim noch auf den Platz des Vordermanns, aber wirklich Bewegung kam nicht mehr in die Sache. Kurz vor Schluss schickte sich Anklam an noch einmal angreifen zu können, da unsere Reifen jegliche Funktion verweigerten. Aber Willi erstickte jegliche Hoffnung der Norddeutschen mit einem ganz starken Turn im Keim. Um 3:45 Ortszeit war es dann auch schon wieder vorbei: Verhältnismäßig unspektakuläre 12 Stunden waren vorrüber und Level One kam als Zweitplatzierter ins Ziel. Vorne die Slottigers - Hinten Anklam, die Junioren und die Lost Boys. Bereits kurz zuvor hatten Willi und David sich entschieden umgehend nach Rennende die Heimreise anzutreten – alles in der Hoffnung nicht wieder von Betrunkenen LKW-Piloten ausgebremst zu werden. Die brauchte es auch gar nicht – ausbremsen konnten die Zwei sich selber: Der Tank ist alle, soweit ja kein Problem: Aber der Tankdeckel! An dieser Stelle möchte ich den Leser bitten sich die beiden dabei vorstellen wie sie völlig übermüdet, völlig planlos und der Verzweiflung nahe nach einer Möglichkeit suchen den Deckel zu öffnen. Es grenzte an Slapstick und beide wussten: Man müssen wir blöd sein! In, am, auf oder unter dem Auto: Nirgends ein Schalter, Nirgends ein hebel. „Lass uns mal überlegen: Drückt der Günter irgendwas Besonderes wenn der tanken geht?“ Nein tut er nicht, er klatscht auch nicht oder macht einen Zaubertrick – er drückt einfach drauf! Nachdem David seinen Teamchef samt Frau um 6 Uhr früh aus dem Bett geklingelt hatte waren alle um eine Erfahrung und einige Lacher reicher! Einfach drauf drücken und anheben! Es war so einfach
Schnell wurden dann aber die letzten Kilometer abgespult und es ging endlich ins Bett! Arbeitstag – den Umständen entsprechend - erfolgreich beendet! Jetzt ist wohl der eigentliche Zeitpunkt für die Danksagungen und die haben sich die begünstigten auch redlich verdient: Danke an Ricky für die super Organisation und an alle Helfer fürs leckere Chilli, den Nudelsalat und all die anderen Snacks – eine gelungene Veranstaltung! Ich darf jetzt schon ankündigen, dass wir im nächsten Jahr gerne wieder kommen werden, zumal der Chef wohl schon Wind davon bekommen hat, dass seine Lieblingsautos gefahren werden. Auf ein Neues in 2009!
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