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Ein Team in Nöten Regen, Regen, Regen und unser Team hat keine Regenreifen im Gepäck. In unserem Koffer sind nur, zwei Lambo Murcielago, einmal Porsche 997 GT3 und ganz hinten im Koffer, das Rennauto für dieses Wochenende. Die Lambos sind unsere Trainingsautos, aber in voller LOS Lackierung, die in diesem Jahr von der Farbe Grün dominiert wird. Es ist Freitag 16:00 und die Anspannung im Team ist so langsam zu spüren. Gregor, Michi, Günter, Willi, David und Stefan sind an der Strecke in Belgien, wo sie dieses Wochenende, zweimal um die Uhr slotten werden. 24h, auf einer 70m langen, sechsspurigen Polistil Bahn. Dreizehn Teams haben sich für dieses Spektakel eingeschrieben. Mannschaften aus Belgien, Italien, Deutschland und Österreich sind am Start. LOS ist zum siebten Mal dabei und wir haben bisher immer, das etwas andere Auto auf die Schiene gestellt, ohne dabei unbedingt, auf das optimalste Model zu setzen. Aber manchmal sollte man auch mal etwas Ändern, um einen Schritt nach vorne zu machen. In diesem Jahr also kein Außenseiterauto, das auf Stabilität getrimmt ist, sondern ein Renner, den wir, optimal für die Anforderungen halten. Dieses Auto, so leicht wie irgend möglich ins Rennen zu schicken, war die Aufgabe, die Gregor und Günter zu lösen hatten. Am Ende stand ein Mosler auf der Schiene, der bei Testfahrten, auf der LOS Heimstrecke, dem Trainingslambo eine halbe Sekunde pro Runde abnahm. Zehn Gramm leichter als das Trainingsauto und sogar 14Gramm gegenüber dem Vorjahrsauto eingespart, mal sehen, ob das auf der anspruchsvollen Bahn in Belgien, funktionieren wird. Das unser Konzept funktioniert, wissen wir schon nach den ersten Runden, mit einem unserer Lambos. Noch kein Grip auf der Strecke und unser Italienischer Stier geht schon sehr gut um den Kurs. Jetzt heißt es fahren, fahren, fahren. Die optimalen Bremspunkte finden, die Spur finden auf der man die besten Bedingungen hat und natürlich immer wieder überholen üben. Wie nah muss ich am Vordermann sein, um an der ersten Weiche ausscheren zu können und ihn am Ende der Geraden zu überholen. Das ist der Reiz bei diesem Rennen. Kurz vor Schluss der Trainingssession im Hellen, packt Günter dann unser Einsatzauto aus. Willi darf unseren Mosler testen und nach fünf Runden sehen David, Michi, Gregor, Stefan und Günter ein Lächeln auf seinem Gesicht:“das Ding geht viel besser als der Lambo“. Das zeigt sich dann auch auf dem Zeitnahmemonitor, denn bei Trainingsende hat LOS die Bestzeit im Hellen für sich verbuchen können. Günter entscheidet, das der Mosler wieder in den Koffer kommt und wir das Nachttraining mit einem unserer Lambos fahren werden. Vorher aber sollte noch unser Porsche 997 zum Training auf die Strecke. Viel schmaler und viel höher als die GT Autos, ist der Porsche eine richtige Herausforderung auf dieser Strecke. Mit dem bärenstaken NC-5 Motor hat das Wägelchen Dampf im Überfluss. Das 997ner Rennen wird LOS mit zwei Teams bestreiten. Willi, Michi und David fahren einen silbernen Renner, Gregor und Stefan haben sich für einen Zuffenhausener im Veltins Dekor entschieden. Bei beiden Autos keine Probleme, also kann LOS jetzt erst mal essen gehen. Das gemeinsame Abendessen beim 24h Rennen von Eupen hat eine lange Tradition und ist ein schöner Einstieg in das Rennwochenende. Vorspeise, Suppe, Steak oder Muscheln in Weißwein, was will das Herz mehr, für LOS genau das Richtige. Das Dessert war dann die Krönung. Ein Quadratmeter Eistorte in Form der Rennstrecke von Spa, einfach toll anzuschauen und noch viel besser zu verzehren. Nach dem Nachttraining war dann für LOS um 1 Uhr Feierabend, denn ein wenig Nachtruhe braucht der Slotter. Wie ihr ja mittlerweile wisst, beginnt der Renntag für Los, mit einem ausgiebigen Frühstück. So war es auch an diesem Morgen. Michi und Günter hatten gerade den ersten Kaffee getrunken als der Junior im Team nach Hause kam. Ich glaube das mit der Nachtruhe gilt nicht für alle Slotter. Um acht Uhr am Samstagmorgen waren wir wieder in Belgien an der Strecke. Nicht alle ausgeschlafen, aber alle mit guter Laune.
Ein kurzes Freies Training für das 24h Rennen bestätigte unseren Eindruck vom Vorabend, wir waren ganz vorne mit dabei. Im Team steigt die Anspannung so langsam an und beim Cheffe ganz besonders. Gleich geht sein Porsche 997 aus dem Grenzland Cup auf die Piste und er ist gespannt, wie gut das Auto fährt, ohne die Trimmung zu verändern. Quali für den Porsche Cup Lauf. Willi fährt den silbernen 997. Zuerst vorsichtig, damit die Reifen nicht schon im Quali verheizt werden, hält er sich auf Position acht. Nach zehn Minuten fangen die Gummis richtig an zu arbeiten und er gibt Gas. Die Abstimmung passt auch hier perfekt und Willi stellt unseren Porsche auf die zweite Position. Für Gregor und Stefan läuft es ebenfalls sehr gut, denn auch der Veltins Renner, kann sich einen Startplatz unter den ersten Fünf erkämpfen. Um 11:15 ist es dann soweit, das erste richtige Rennen an diesem Wochenende wird gestartet. 14 Porsche GT3 sind schon in der ersten Runde am Limit. Driftend um jede Kurve, Lackaustausch bei jeder Gelegenheit und ein Leader der beinhart seine Position verteidigt. Michi, der den silbernen LOS Porsche als erster fährt, hat einige Plätze verloren und sortiert sich auf P5 ein. Seine ganze Langstreckenerfahrung ausspielend hält er sich aus allen Zweikämpfen heraus und dreht sauber seine Runden. Stefan im Veltins Porsche hat im Pulk etwas mehr Schwierigkeiten sich nach vorne zu kämpfen. Der Roadrunner Porsche, mit Thomas am Drücker, macht weiter die Pace. Auch das ist ein Auto aus dem 997 Grenzland Cup. Michi lässt es richtig fliegen, aber der Abstand zwischen den ersten Fünf ist wie eingefroren. Fahrerwechsel nach einer Stunde. David übernimmt und er hat sich für das Wochenende einiges vorgenommen. Nicht nur lockere Sprüche reißen und über den Teamchef herziehen, nein dieses Wochenende will er ganz oben auf dem Treppchen stehen. Das ihm das ernst gemeint ist, zeigt er schon in den ersten beiden Runden. Kein Eingewöhnen oder langsam ans Limit tasten nein, sofort Attacke. Ein ganz anderer Fahrstil als bei Michi. David immer mit dem Risiko eines Abflugs, fährt eine schnellste Runde nach der anderen und schiebt den LOS Porsche auf Platz drei. Der Veltins Renner ist mittlerweile auch in den Top Fünf und beim Teamchef kommt Freude auf. Günter montiert während des Porsche Rennens den Rennmotor in unseren Mosler und macht den Boliden fertig für das folgende Quali, für die 24h von Eupen. Auf der Strecke wechselt LOS zum letzten Mal die Fahrer, Willi muss ran. Drei Fahrer, drei Fahrstile. Michi, lieber ein Zehntel rausnehmen dafür aber wenig Fehler. David, volles Risiko, Top Rundenzeiten aber auch etwas mehr Fehler. Willi wie immer, noch ein Zehntel schneller und noch ein paar Fehler weniger. Er setzt die Aufholjagd fort und kann den Roadrunner Porsche, der jetzt von Guido gefahren wird, überholen und sich an die Spitze des Feldes setzen. Er kann sich ein wenig vom Feld absetzen, muss aber ständig das Auto im Grenzbereich bewegen um die Position halten zu können. Nach drei Stunden fällt die Zielflagge und Michi, David und Willi haben den ersten Sieg des Wochenendes, für Los einfahren können. Auch der zweite Porsche mit LOS Fahren konnte sich unter den ersten fünf platzieren. Gratulation gab es vom Teamchef und das Versprechen, das gleich ein Top Mosler auf der Bahn stehen wird.
Günter hatte den Einsatzmotor für die 24h getestet, Achsen und Lager gereinigt und neu geölt. Schleifer gewechselt und das ganze Auto für die Abnahme fertig gemacht. Ohne Beanstandung ging der „Grüne“ Mosler durch die technische Kontrolle und Willi musste gleich wieder an den Fahrerstand zum Einzelzeitfahren. Das Ergebnis entscheidet über die Plätze auf dem Fahrerstand. Es gibt nur fünf Plätze, von denen man optimale Sicht auf die ganze Strecke hat, also musste ein Platz unter den ersten Fünf eingefahren werden. Um 14:45 war es dann soweit. Günter setzt den grünen Mosler auf die Bahn und Willi gibt Gas. Leider nur bis Kurve sechs, denn der „Grüne“ bleibt stehen. Kein Problem für Günter, ist bestimmt nur ein Kabel los. Auto runter nehmen, in den Servicebereich und nachschauen. Alle Kabel richtig gepolt, keine Lötstelle offen, dann kann es nur die Programmierung des digital Chips sein. Den Mosler wieder zumachen, zur Programmierstation und neu einstellen. Wieder auf die Bahn, keine Regung im Triebwerk. Es sind schon sechs Minuten vorbei, Restzeit 24Minuten. Was tun? Günter entschließt sich den digital Chip zu tauschen. Auto aufmachen, die Verkabelung öffnen und den alten Chip herausnehmen. Dann den neuen Chip einsetzen, provisorisch die Verkabelung anschließen, zur Programmierstation gehen, neu einstellen und dann auf die Schiene. Keine Regung im Triebwerk. Die Stimmung im Team sinkt und der Cheffe denkt, wat fürâ€n Sch…ß! Auf Verdacht testen wir den Motor, direkt an Strom gelegt, zeigt das verd….te Ding keine Regung. Also Motor ausbauen und den Reserve Motor mit 2000 U/min weniger ins Auto und alles wieder provisorisch zusammenbauen. Ihr wisst wie es weitergeht, wieder zur Programmierstation, den Mosler einstellen und auf die Schiene damit. Restzeit sieben Minuten aber der „Grüne“ läuft. Willi gibt alles und er kann auch mit neuen Reifen schnelle Rundenzeiten fahren. Siebter und noch zwei Minuten Restzeit. Jetzt riskiert Willi alles, eine Runde am Limit, Platz Fünf. Günter nimmt nochmal das Auto von der Bahn um die Reifen abzuziehen, leider von der falschen Spur. Die Bestzeit wird gestrichen und so sind wir am Ende siebte. Die Stimmung in der Mannschaft ist ganz unten. Wir haben eine viertel Stunde bist zum Rennstart, also eine kleine Teambesprechung. Alle sechs sind wir der gleichen Meinung, jetzt erst recht! Günter entschließt sich, das defekte Triebwerk gegen ein neues einzutauschen und gleich nach dem Start in den Mosler zu verpflanzen, denn das derzeitige Aggregat drehte auf dem Prüfstand nur 18000 U/min. Den neuen Motor erst mal auf den Prüfstand. 21000 U/min, das sah gut aus. Um Punkt 16 Uhr fiel der Startschuss, für die 24h von Eupen 2011. Willi, der den Startturn übernahm, konnte nur eine Runde fahren, denn jetzt wurde erst mal geschraubt. Motorwechsel bei Los gehen recht zügig, aber jetzt war jede Sekunde, eine zu viel. Alles klar, der Mosler war wieder fit und ab jetzt ging auch für uns das Rennen los. Mit zehn Runden Rückstand auf den Vorletzten und mit der Bemerkung von Stefan: „das macht mehr Spaß als vorneweg zufahren“ Zur Nervenberuhigung gab es erst mal was Süßes. Weingummi und die Colorado Mischung eines Bonner Süßwarenherstellers übernehmen bei LOS die Aufgabe. Zu diesem Rennen hatten wir ca. zehn Tüten der köstlichen Leckereien im Gepäck. Im Feld wurde ein höllisches Tempo gefahren und nach einer Stunde konnte man an der Spitze ein Quartett ausmachen. SRCB, Eupen 1, C24 Tarbai und die italienische Mannschaft von I Cicloni machten die Pace. Willi und Stefan, die die ersten beiden Stunden für LOS drückten, konnten den „Grünen“ auf Platz zehn fahren, zwei Plätze gewonnen. Bei einer Rundenzeit von über zwanzig Sekunden dauert das Einholen eines Konkurrenten, der nur zwei Zehntel langsamer ist, sehr lange. Dadurch wirkte das Rennen zäh und wir hatten das Gefühl, das klappt heute nicht. Um zweiundzwanzig Uhr, als alle sechs LOSâ€le einen Turn abgespult hatten, ging es in die Nacht. Das Licht im Saal wurde ausgeschaltet und wir überdachten nochmal unsere Taktik. Willi, Stefan und David sollten die Nacht bis vier Uhr am Morgen fahren, wobei David zwei neunzig Minuten Turn absolvierte. Die Nacht gehört in Eupen immer uns und so sollte es auch an diesem Wochenende sein. Der „Grüne“ zeigte keine Schwäche und so konnten alle drei Fahrer mit Topzeiten glänzen. Der Reihe nach wurde die Konkurrenz aufgeschnupft. Gegen drei Uhr war es dann soweit, wir zogen an Eupen 1 vorbei und David machte sich auf die Jagd nach der Führung. Zwölf Runden trennten uns zu diesem Zeitpunkt von Platz eins, aber der Vorsprung schmolz. Um vier Uhr waren es nur noch zwei Runden und dieser Rückstand pendelte sich ein. Zwei Runden nach Vorne und 20 Runden Vorsprung auf Eupen 1. Bis das Licht wieder an ging fuhren die ersten drei mit gleichmäßigem Abstand. In der Stunde zwischen sechs und sieben Uhr am Morgen, hatte der „Grüne“ in einigen Kurven weniger Leistung und auch die Geräusche aus dem Getriebe waren bedenklich. Gregor stellt das Getriebespiel kleiner, keine Änderung des Problems. Da blieb nur noch Getriebe wechseln. Als der Mosler wieder einsatzbereit war hatte sich zwar das Geräusch gebessert, aber der Renner lief zäh wie Kaugummi. Wir wechseln die Fahrer. Günter versucht jetzt das optimale Getriebespiel einzustellen. Das gestaltet sich etwas schwierig da sich ein Gummiölfettdreckundschmierabrieb auf die Achse und das Getriebe gelegt hat. Benzin drüber und sauber waschen, eh man alles wieder zusammen baut. Die Maßnahme wirkt, hat aber auch viel Zeit gekostet. LOS ist wieder Dritter mit zwanzig Runden Rückstand, auf den Mosler von Eupen 1. Jetzt gibt es im Team keine traurigen Gesichter, denn alle wissen, da geht noch was nach vorne. Um halb Zwölf war der Vorsprung von Eupen 1 egalisiert und Gregor zog an den Belgiern vorbei. Der „Grüne“ lief jetzt wieder optimal und so zeigte Gregor was möglich ist mit diesem Auto. Um halb eins hatte er zehn Runden Vorsprung heraus gefahren. Nochmal zehn packte Günter, in seinem nächsten Turn, oben drauf. Auch der Abstand auf den Führenden, SCRB wurde kleiner, aber das würde aus eigener Kraft nicht mehr klappen. Die letzten hundert Minuten der 24h von Eupen durfte Willi nochmal ran. Am Ende brachte er einen ziemlich ramponierten, aber immer noch sauschnellen Mosler, auf Platz zwei ins Ziel. Von hier aus an die Sieger und an alle Beteiligten Mannschaften einen Glückwunsch für ihr Abschneiden bei den 24h von Eupen 2010. Wir haben bei diesem Rennen viel gelernt. Wir wissen jetzt, das wir auch unter schwierigen Bedingungen kühlen Kopf bewahren und als Team klasse funktionieren. Von mir als Teamchef ein Dank an Michi, Willi, Gregor, Stefan und David, das war einfach KLASSE! LOS bedankt sich auch bei Rene und seiner Frau, dem ganzen Organisationsteam, allen unsichtbaren Helfern, dem Grillmeister und dem Dolmetcher aus der Caffeeteeeria für die super Veranstaltung und die Bewirtung an diesem Wochenende.
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