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LOS  unterirdisch

Die Überschrift beschreibt nicht unsere Stimmung an diesem Februar Wochenende, an dem wir, in Charleroi Belgien, ein 24h Rennen zum 132 Endurance Cup gefahren sind. Unterirdisch sind nur die Räumlichkeiten des veranstaltenden Clubs. Nicht das hier der falsche Eindruck entsteht, unterirdisch steht nicht für schlecht, nein, unterirdisch heist, die Räumlichkeiten sind unter der Erde. In einem Kellerraum sind ja viele Bahnen denkt ihr, das stimmt, aber wer muss schon drei Etagen hinab steigen um zu slotten?

Der SRCB ist in einem U-Bahn Bahnhof untergebracht und kann sich dort richtig groß entfalten. Neben einer „Halle“ in der eine Holzbahn steht, gibt es noch eine zweite „Halle“, in der eine 46m lange, sechsspurige, zum Teil achtspurige Carrerabahn aufgebaut ist. Die C- Bahn ist dazu auch noch etwas ganz besonderes, denn sie ist durch Umlegen eines Schalters, sowohl analog wie auch digital zu betreiben. Im Digitalbetrieb, mit dem französischen DAVIC System, stehen den Fahrern mehrere Weichen zur Verfügung um die Fahrspur zu wechseln und um in den Boxenbereich zu fahren. Gegenüber dem Boxenbereich gibt es eine extra Spur, die nur genutzt wird, um eine ausgesprochene Zeitstrafe zu verbüßen. Nach der Einfahrt in diesen Bereich, schaltet sich automatisch für 10 Sekunden der Strom auf diesem Spurabschnitt ab. Einigen Fahrern ist es  passiert, das sie ungewollter Weise, durch betätigen der Weiche, eine Zeitstrafe absitzen mussten. Günter auch, das sorgte natürlich für viel Spaß.

Nach einem späten, gemeinsamen Mittagessen, reisten die vier LOS’ler also nach Belgien. Im Gepäck zwei  NSR Porsche 997, die für das Rennen vorbereitet waren. Bei einem Trainingsabend, 14 Tage zuvor, hatten Willi und Günter die vermeintlich beste Getriebe Übersetzung, mit 13:30, schon festgelegt und so konnte LOS ohne große Vorbereitung gleich mit dem Kennenlernen der Strecke loslegen. Drei französische und sechs belgische Mannschaften versuchten ebenfalls die Strecke kennen zu lernen und die Rennautos perfekt für die 24h Hatz abzustimmen. Gregor und Stefan, die beide zu ersten mal auf der Strecke fuhren, lobten das tolle Layout und kamen schnell mit den Bedingungen des digitalen Fahrens klar. Auch die anderen Teams, Eupen1, SOSSIS Club, Berlirlande, die mit einer belgisch irischen Fahrerbesetzung antraten oder die Südfranzosen von Tarbet 24 hatten wenig Mühe sich auf die Bahn einzustellen. Um 23Uhr machte LOS sich, mit einem gut abgestimmten Auto und mit Rundenzeiten, die Hoffnung auf eine gute Platzierung machten, auf ins Hotel. Da es noch nicht so spät war, könnten die Vier ja noch ein Bier zum Abschluß nehmen. Gesagt getan. Leider gab es in der, ACHTUNG IRONIE !!!!, „Hotellobby“ um die Uhrzeit keine geöffnete Bar mehr. So mussten Gregor, Stefan, Willi und Günter den berühmten belgischen Gerstensaft aus Weißblech Schalen genießen. In prächtige Clubsessel gelümmelt, unterhielten wir uns über das bevorstehende Rennen. Immer wieder wurden die Kelche gefüllt und das bunte Treiben in der Hotelhalle wollte gar kein Ende nehmen. Dann der Schock. 2 Uhr, nur noch vier Stunden schlafen, bis wir im hoteleigenen Restaurant, unser opulentes Frühstück einnehmen müssen. Also jetzt muss LOS, neben schnell slotten, auch noch schnell schlafen. Beim Frühstück dann die erste Überraschung des Wochenendes. Die Tische bogen sich, ob der Vielfallt und der Menge der dargebotenen Speisen und Getränke, fast durch. Obst und Champagner gehörten genauso dazu, wie Spiegelei, Schinken, Wurst und Käse. Besonders der berühmte französiche Weichkäse, den Gregor schon aus seiner Jugend kannte und den es, normal nur in einem kleinen Dorf an der Atlantikküste gibt, wurde hier aufgefahren. Für LOS der perfekte Einstieg ins 24h Wochenende. „IRONIE“ ENDE

Um acht Uhr drehte der LOS Renner seine ersten Runden. Jetzt waren auch die drei Heimteams mit ihren Einsatzautos auf der Bahn. Zu unserem Erstaunen, konnten deren Fahrer, in einigen Passagen, ihr Auto besser um die Kurven rollen lassen. Das deutete auf eine noch längere Übersetzung hin. Wir änderten und bauten das Längste ein, was wir im Vorrat hatten. Genau getroffen. Die Bremse war nicht mehr so brutal und auf der langen Geraden hatten wir eines der schnellsten Autos. Die Stimmung stieg noch ein wenig an. Der vierte Platz könnte für uns drin sein. Im Quali dann die erste Ernüchterung. Im F1 Modus ausgetragen, kamen wir leider nur bis in die zweite Session und das bedeutete Fahrerstand 7.

Um dreizehn Uhr gingen dann die zehn Porsche 997 auf die erste von mehreren tausend Runden, des ersten 24h Rennen zum 132 Endurance Cup. Für LOS eröffnete Günter die Hatz. Keine Probleme, Auto lief Top. Stefan übernahm und auch der neu Kölner kam gut zurecht. Der gelb/grün gelackte 997 von LOS konnte mithalten und wir sortierten uns auf Platz vier ein. Immer dicht gefolgt vom weiß/blauen Eupen Porsche, der nicht locker ließ. Der vierte Platz wechselte dauernd den Besitzer.

Mal war Eupen1 Eigentümer, mal gehörte er LOS. Ein spannender Kampf entbrannte zwischen unseren beiden Teams. Nach sechs Stunden hatte Level One sich einen Vorsprung von zwanzig Runden erarbeitet, als das Schicksal zuschlug. Merkwürdige Geräusche aus dem Getriebe kündigten nichts Gutes an, aber noch lief unser Zuffenhausener passable Rundenzeiten. Ab Stunde Acht des Rennens, hatten wir dann „Brei“ im Getriebe und das Auto fühlte sich beim Beschleunigen zäh an. Ein Getriebewechsel war unvermeidlich. Altes Getriebe raus, neues Getriebe rein, kaum Zeitverlust. Aber leider waren die Getriebegeräusche nicht weg. Auto wieder runter von der Bahn und aufschrauben. So ein Mist, das Motorritzel hatte sich von Teilen seiner Zähne verabschiedet. Kein Problem für uns, denn wir hatten ja den Reservemotor mit passendem Ritzel schon vorbereitet. Mittlerweile war die Mannschaft aus Eupen an uns vorbei gezogen und hatte sich den vierten Platz gesichert. Bei uns liefen derweil die Schraubendreher heiß. Vorsichtig den alten Motor aus der Halterung klicken und vorsichtig…. zu spät, Motorhalterung gebrochen. Jetzt wurde es eine Operation am „offenen Herzen“. Ein Dankeschön an dieser Stelle an die Leute, die mir im Vorfeld einige Motorhalter geliehen haben, wir haben sie auch gebraucht. Der Umbau erfordert einige Zeit, da man auch den digital Chip und die Verkabelung inklusive der Stecker dafür und für die Beleuchtung, wieder sauber im Auto unterbringen muss. Nach ca. 20 Minuten geht’s wieder auf die Strecke. Das Getriebe schnurrt wie ein Kätzchen und der Teamchef wartet auf den Daumen hoch vom Fahrerstand. Leider bleibt der Daumen unten. Statt dessen ein Hilferuf „Schleifer biegen“

Also biegen wir die Schleifer. Auto geht wieder auf die Strecke. „Irgendetwas stimmt nicht mit den Schleifern“ Also Auto wieder runter von der Bahn. Günter der im normalen Leben immer dafür gelobt wird, das er ein Gefühl für die richtige Schleiferstellung hat, gibt sein Bestes, aber auch dieses mal klappt es nicht. Der LOS Bolide, der in den Manthai Farben lackiert ist, hat an einigen Stellen auf der Strecke richtig Dampf und an anderen Ecken geht’s nur im Kriechgang vorwärts. Auto wieder runternehmen und erneut Fehlersuche. Wir machen die DAVIC Elektronik als Fehlerursache aus und tauschen auf einen neuen Chip. Gleichzeitig tauschen wir nochmal das Motorritzel aus. Diesmal ohne die Motorhalterung zu zerstören.

Günter kann als erster, mit dem nun zum zweiten mal generalüberholten Auto, auf die Strecke gehen und plötzlich rennt das Ding wie die berühmte Sau. Auf der Spur Fünf, sorry auf Spur zwei, der war jetzt nur für Dabeigewesene, und nur auf Spur Zwei, purzelten die Rundenzeiten immer weiter nach unten. Günter hatte am Ende seines Turns eine tiefe 13,5 auf der Uhr stehen. Willi, der einige Minuten, ca.120, geschlafen hatte, rieb sich zweimal die Augen. Erstens wegen immer noch müde sein und zweitens, weil wir den letzten Platz inne hatten, mit 222 Runden Rückstand. Der Teamchef war jetzt gefragt, wie motiviere ich meine Kollegen? Geht bei Willi ganz einfach. Günter braucht bloß zu sagen: „ Ich war aber bisher schneller als du“. Das löst immer die selbe Reaktion aus, Willi nimmt den Regler und fährt halt noch schneller. Was Günter aber bis zu diesem Wochenende nicht wusste, es funktioniert auch bei Stefan. Das LOS Auto lief auf der Spur Fünf perfekt. Beide grinsten als sie ihren Turn fuhren. Mit jeder Runde mehr Zutrauen ins Auto und immer noch ein Hundertstel schneller. Zum Überholen ging es jetzt sogar von Spur zwei auf die Eins nach außen und an der Konkurrenz vorbei. Stefan vom Fahrerstand „Das geht ja sogar außen herum, das macht Laune“. Für Ihn blieb die Bestzeit bei einer tiefen 13,4 stehen und Willi konnte sich sogar eine 13,3 verbuchen lassen. Nur für Gregor hat es nicht gereicht, denn in der Hochphase unseres Renners hatte er sich leider zur Augenpflege zurück gezogen.

Ja richtig gelesen, Hochphase, denn nach ca. vier Stunden fing es wieder an mit diesem „Zäh“ werden. Wieder wurde bei LOS das ganze Gebetbuch abgearbeitet, Schleifer, ölen, fetten, Achsspiel kontrollieren, Regler hin und her tauschen, aber leider änderte sich nichts zum Guten. Unser Porsche wurde immer langsamer, um am Ende nur noch, im Schritttempo, den Zieleinlauf machen konnte. Wir hatten also 10 Stunden ein Top Auto, sechs  zu Beginn und vier am Sonntagmorgen, haben viel gelernt in Sachen NSR Autos, sind nicht Letzte geworden, weil andere noch mehr Pech hatten und in Ermangelung von Ersatzteilen, nachdem man 4 (in Worten VIER) Chassis verbraten hat, aufgeben musste, haben nette Leute kennengelernt, sind auf einer außergewöhnlich schönen Rennstrecke zu Gast gewesen und hatten wiedermal, 48 Stunden viel Spaß.

Gratulation an den SRCB zum Sieg im ersten Lauf, des 132 Endurance Cup. Gratulation natürlich auch an alle anderen Teams die durchgehalten haben. Besonderen Glückwunsch an die Mannschaft aus Eupen, wir hätten das Duell mit euch gerne länger gefahren.

An den SRCB ein großes, großes Dankeschön für die super freundliche Aufnahme bei euch. Danke für den Trainingsabend und für die Bewirtung durch euer Team. Es hat an nichts gefehlt und die Stimmung und die freundliche Atmosphäre waren einfach klasse.

Der 132 Endurance Cup wird sich bei der Klasse an Teams und bei den Rahmenbedingungen durchsetzen und neue Freunde finden.          

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