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Ein Wochenende in Mittelhessen oder
Slotten und essen in Giessen
Am Freitag war es wieder soweit, LOS machte sich auf nach Giessen, zur sechsten Auflage des 24h Klassikers: SLOTTEN und ESSEN
Um 16:30 trafen Gregor, Willi, David und Günter in Giessen ein. Teamkollege Michi, der aus Rosenheim angereist war, drehte schon die ersten Runden auf der sechsspurigen Slotfire Holzbahn. Der sechste LOS Fahrer, Stefan, hatte sich erst für Samstagmorgen angesagt, damit man vor dem Rennen, noch gemeinsam Frühstücken kann. Nach einer kurzen Begrüßung der SPF’ler ging es natürlich sofort an die Strecke. Das Auto unserer Wahl, war für dieses 24h Rennen, der Nissan R390. In mattschwarz hatten wir drei Autos vorbereitet. Die Abstimmung war ebenfalls in drei verschiedenen Varianten vorbereitet und so konnte es schnell auf Zeitenjagd gehen. Die Autos wurden hin und her getauscht und an einem Auto wurde dann mit der Abstimmung experimentiert. Gewicht nach vorne, Gewicht nach hinten, das Auto auf die Vorderräder stellen, oder die Spurbreite verändern, was war die beste Abstimmung? Gegen 20 Uhr haben wir uns entschieden, es soll der Nissan mit der 155 auf der Heckscheibe sein. Die 155 steht für unsere Platzierungen in bei den letzten drei 24h Rennen in Mittelhessen. Ab jetzt konnten wir es etwas gelassener angehen lassen. Ein Bier und ein Jägermeister sind in Giessen Pflicht und dieser kamen wir natürlich gerne nach. Die Stimmung an der Strecke war, wie in den Jahren zuvor auch, klasse. MM hatte wieder jede Menge lockerer Sprüche auf Lager und unterhielt alle Anwesenden auf’s Beste. Für LOS war aber so gegen 23:15 Schluss, denn wir wollten, vor dem Renntag, noch einige Stunden schlafen. Daraus wurde allerdings erst mal nix, denn in unserem „Nobelhotel“ war der Gastraum noch geöffnet und wir genehmigten uns noch ein letztes Bier. Um 1 Uhr hieß es dann aber endgültig, schlafen gehen. Nach einigen Bierchen mußte Günter dann in der Nacht mal das weiße Porzellan aufsuchen. Da sein Zimmer nicht sehr hoch gebaut war und in der Mitte des Zimmers, ein Unterzug in die Decke eingezogen war, knallte der Teamchef mit dem Kopf dagegen. Im Halbschlaf mit dem Kopf irgendwo gegen zu laufen und aus seinen Halbträumen gerissen zu werden, verursachte auch bei den Teamkollegen für einiges Schmunzeln.
Mit dem gemeinsamen Teamfrühstück starteten wir in den Renntag. Auch Stefan war pünktlich eingetroffen, so das wir noch letzte Dinge klären konnten. Natürlich wurden wieder demokratisch die Spuren verteilt. Stefan musste die nehmen, die übrig blieb.
Als wir um halb zehn an der Rennstrecke eintrafen, war der Aufbau für das Wochenendcatering in vollem Gange. Wie immer steht in Giessen, neben dem Motorsport im Kleinen, auch das leibliche Wohl der Fahrer im Vordergrund. Der veranstaltende Club, die Schlitzpistenflitzer, geben sich in jedem Jahr sehr viel Mühe ihre „Gäste“ mit allerlei Köstlichkeiten zu versorgen. In diesem Jahr standen Gyros, Chili und Gulasch ganz oben auf der Speisekarte. Daneben gab es Kuchen, besonders die Donauwellen waren sehr beliebt, belegte Brötchen und am Sonntagmorgen ein ausgiebiges Frühstück mit Rührei und allem was das Herz begehrt. Joghurt, Obst, Schokoriegel und Kaffee stehen an den Rennwochenenden ständig zur Verfügung. Für diesen Aufwand möchte LOS sich bei allen SPF’ler und deren Helfern bedanken.
Das freie Training verlief für uns fast perfekt, denn keines der anderen Teams konnte unsere Zeiten mitgehen, die Zeichen standen gut für LOS. Auch die Fahrzeugabnahme verlief ohne Beanstandungen für unseren Nissan. Um 14:30 war es dann soweit. Das Rennen begann mit einem Einzelzeitfahren. Es wurde dafür die Spur zwei ausgelost und die gehörte bei LOS, an diesem Wochenende, Michi. Aber der Rosenheimer ist ein alter Fuchs und hat keine Nerven. Als vierter Fahrer musste er ran. Die erste Runde ganz ruhig angegangen, brannte er schon in Runde zwei die Bestzeit in die Bahn. Alles lief bei LOS nach Plan. Nach kurzer Teambesprechung waren wir uns einig, das wir bei diesem 24h Rennen immer vorlegen wollten, also entschieden wir uns für Spur sechs als Startspur. Günters Spur.
Um Punkt 15 Uhr ging die Startampel aus und der mattschwarze R390 von LOS, ging mit sechs anderen Rennern, auf die 24h Hatz. Nach zehn Minuten war klar, wir konnten auch auf der aussen Spur mit dem Heimteam, das auf einer der schnellsten Spuren unterwegs war, mithalten. Es ist schon etwas besonderes auf der Slotfire Bahn der SPF’ler ein Rennen zu fahren. Es kostet einige Überwindung die schnelle Passage nach Kurve drei voll zu fahren, denn ein wenig zu früh auf’s Gas und der Renner schlägt hart in die Bahnbegrenzung ein. Nach einer Stunde, auf der für uns schwierigsten Spur sechs, zwei Runden Vorsprung und die Führung. Es lief alles nach Plan. Der Nissan schnurrte wie eine Katze und der gelbe Motor hatte Dampf ohne Ende. Auf der Spur vier zeigte Stefan, als zweiter Fahrer, das er trotz Gebutstagsfeier am Vortag, fit ist. Er baut den Vorsprung weiter aus und auch er ist begeistert vom LOS Nissan. Vier Turns weiter, als alle Fahrer aus unserer Mannschaft einen Turn gefahren haben, liegen wir mit ca. 30 runden Vorsprung in Führung. Bis jetzt läuft alles perfekt. Nach sechs Durchgängen haben wir eine Stunde frei und jetzt gibt es erst mal ein Teamchiliessen. Wahrscheinlich sind wir auch in dieser Disziplin weit vorne gewesen, denn wie die treuen Leser unserer Rennberichte wissen, gehört gutes Essen bei LOS, zu einem gelungenen Rennwochenende einfach dazu. Auch die zweiten sechs Durchgänge konnten wir ohne Zwischenfälle fahren. Der R390 war das schnellste Auto im Feld und wir bauten unseren Vorsprung in jedem Turn ein wenig aus. Ihr wisst schon was wir in unserer zweiten Rennpause taten, richtig, eine Kleinigkeit essen.
Die nächsten sechs Spuren hatten es dann allerdings in sich. Bis zu Spur vier war noch alles klar und wir konnten unseren Vorsprung auf ca. 80 Runden ausbauen. Bei Gregor auf der Spur drei lief unser Nissan plötzlich wie mit angezogener Handbremse. Beim Boxenstop fiel Günter das ein wenig eingelaufene Motorritzel auf, ansonsten lief alles frei. Erst mal die schnelle Lösung versuchen. Das Spurzahnrad wurde gedreht, so das es auf der unbeschädigten Ritzelseite in die Zähne griff. Auch gleich noch neue Reifen drauf, abgeschmiert und wieder zurück ins Rennen. Zwanzig Runden später, nach dem die neuen Pneus einige male abgezogen wurden, kam vom Fahrerstand Gregors o.K. Tiefes Durchatmen war beim Team zu hören und jetzt brauchte man erst mal Nervennahrung. Ein zwei Schokoriegel und die Welt war wieder in Ordnung.
Aber leider nur bis zum 22ten Durchgang, Günters Spur. Der Teamchef klagte über fehlende Power, denn der Vollgasanteil wurde immer grösser und der Nissan fühlte sich immer zäher an. Zwei kurze Versuche, den Fehler durch Ölen der Lager und säubern des Getriebes, brachten keinen Erfolg und so beschloss Gregor, der die Boxenarbeit übernommen hatte, eine Operation am offenen Herzen. Da das Motorritzel mittlerweile auf beiden Seiten abgenutzt war, wurde gleich der ganze Motor gewechselt. Ein neues Getriebe und nochmal neue Reifen wurden montiert. Alles gereinigt und neu gefettet und wieder zurück auf die Strecke. Gregor hatte super Boxenarbeit geleistet, denn der Nissan rannte wieder wie der Teufel.
Leider hatte sich unser Vorsprung aber in einen Rückstand von 30 Runden verwandelt. Jetzt hiess es, den Nissan über die Strecke prügeln, denn wir hatten nur noch elf von achtundzwanzig Turns vor uns. Diese elf Turns waren dann aber der Wahnsinn. Als erster zeigte Michi auf Spur drei, was mit dem R390 möglich ist. In seinem Dunkelturn drückte er die Rundenzeiten immer weiter nach unten. Fast fehlerfrei absolvierte er seinen Durchgang und hatte zehn Runden gut gemacht. Rückstand noch zwanzig Runden. Als nächster musste Willi ran. Spur eins war für ihn reserviert und er zeigte wieder einmal seine ganze Klasse. Mit 7,277 Sekunden brannte er die bis dahin schnellste Rennrunde auf die Bahn und das auf einer Außenspur.
Als nächster musste David ran und er machte gleich sein eigenes Rennen im Rennen auf. Vom Fahrerstand aus versprach er Willi: „die Bestzeit knack ich“ Gesagt getan. Über 7,4 nach 7,3 drückte er die Rundenzeiten ständig nach unten. Die anderen LOS’ler schauten dem Treiben gebannt zu. Als die erste 7,2 auf dem Monitor auftauchte, wussten alle Teammitglieder, das kann David packen. In Runde 201 seines Turns war es dann so weit, auf dem Bildschirm tauchte eine 7,258 auf und Davids Mundwinkel gingen nach oben.
Jetzt war erst mal eine Stunde Pause und das hieß, gemeinsam Frühstücken. Es ist schon klasse ein gemeinsames Teamfrühstück während eines 24h Rennen zu machen. Wenn es dann noch ein Frühstück der Extraklasse ist, dann ist das ganz besonders klasse. Als wir dann alle unser Rührei und die süßen Hörnchen verspeist hatten, ging es auf die letzten sechs Spuren.
Mittlerweile hatten wir uns wieder einen kleinen Vorsprung heraus gefahren und den galt es jetzt auszubauen. Bei diesem Versuch purzelte die Bestzeit, innerhalb des Teams, noch zweimal . Als erster verbesserte Stefan die Zeit von Willi nochmal um einige Tausendstel. Aber ihr könnte euch bestimmt vorstellen, das Willi alles versuchte sich die Wertung zurück zu holen. Kurz vor Ende seines Turns tauchte eine 7,232 auf der Uhr auf und er war wieder schnellster LOS Fhrer an diesem Wochenende.
Die Wertung, schnellste Rennrunde, schnappte ihm aber kurz vor Rennende, Markus M. von den SPF’lern, mit 7,229 vor der Nase weg. In den sechs letzten Turns bauten wir unseren Vorsprung kontinuierlich aus und so konnte LOS, auch 2011, die 24h von Mittelhessen gewinnen.
Danke an meine Teammitglieder für das schöne Wochenende und die klasse Leistung.
Danke auch an die Leute von SPF für eine perfekte Organisation und eine super Verpflegung, die keine Wünsche offen gelassen hat. Burton hat sich wiedermal selber übertroffen, KLASSE. Ein Dankeschön auch an die Damen vom Service, die immer freundlich und gut gelaunt, eine Horde von unausgeschlafenen und wahrscheinlich nicht sehr gut riechenden Männern, mit Essen und einem Lächeln bei Laune gehalten haben. Mein besonderer Dank gilt auch den anderen Teams für eine faire und freundschaftliche Atmosphäre an diesem Rennwochenende.
Hier noch einige Impressionen des Rennens:
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